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Kurztheaterspektakel Jena

Presseschau: „Kohle für Kultur: Crowdfunding-Aktion für 8. Kurztheaterspektakel in Jena

aus der Ostthüringer Zeitung OTZ vom 23.08.2015

von Jördis Bachmann

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An vier aufeinanderfolgenden Tagen – vom 15. bis 18. Oktober – wird das mittlerweile in Jena etablierte Theaterfestival zum 8. Mal veranstaltet.

Wer ist eigentlich dieser Kurt? Man sagt er sei unglaublich gut im Bett. Man sagt, dass er zwischen 15 und 18 Arme hat. Man sagt, dass er „frisst wie ein Scheunendrescher“ – und immer nur vegan. Eltern nennen ihre Kinder nach ihm. Und die „Freie Bühne“ widmet ihm das diesjährige „ Kurts -Theaterspektakel“.

An vier aufeinanderfolgenden Tagen – vom 15. bis 18. Oktober – wird das mittlerweile in Jena etablierte Theaterfestival zum 8. Mal veranstaltet. Etwa 150 regionale und überregionale Kulturschaffende kommen dann zusammen und präsentieren dem Publikum ein Programm, das Kurt alle Ehre machen wird. Das Besondere: Kein Theaterstück geht länger als 20 Minuten. In den vergangenen Jahren reichte das Programm des Kurztheaterspektakels von klassischem Theater über Stummfilmvertonungen, Musiktheater, Performance, Tanz und absurder Komik bis hin zu Schattenspiel und Schwarzlichttheater.

„Irgendwie hat es immer funktioniert“, sagt Mitorganisatorin Anne Dünger von der „Freien Bühne“. Es hat sogar sehr gut funktioniert: „Unsere verschiedenen Veranstaltungen waren in den vergangenen Jahren immer ausverkauft.“ Doch diesmal gestaltet sich die Organisation besonders schwierig, obwohl sich die „Freie Bühne“ den berühmten und erfolgreichen Kurt ins Boot geholt hat. Die Probleme, die bis zum Oktober gelöst sein müssen: Raum und Geld.

Noch ist kein passender Ort für die Veranstaltung gefunden. „Wir brauchen schon recht viel Platz. Bei den Vorführungen hatten wir meist 150 Besucher, und wir brauchen definitiv mehrere Bühnen“, sagt Anne Dünger. „In jedem Jahr entdecken wir für dieses Festival alte, neue, vergessene oder noch gar nicht erinnerte Räume in der Stadt, hinter Türen und auf den Straßen.“ Nachdem das Kurztheaterspektakel bereits im alten Straßenbahndepot, in einem alten Möbelhaus in Lobeda oder open-air auf Jenas Straßen und Plätzen stattfand, sind die Veranstalter hoffnungsvoll, dass sie auch in diesem Jahr einen passenden Ort finden werden.

Erstmals jedoch soll das Kurztheaterspektakel über eine Crowdfunding-Aktion finanziert werden. Insgesamt benötigen die Veranstalter ein Budget von etwa 12 000 bis 15 000 Euro. „Diese Summe reicht nur deshalb aus, weil wir jedes Jahr etwa 40 bis 50 ehrenamtliche Helfer haben, die beim Auf- und Abbau unterstützen, Künstler betreuen oder Öffentlichkeitsarbeit leisten“, sagt Paul Josiger von der „Freien Bühne“.

6000 Euro der benötigten Gesamtkosten wollen die Organisatoren über die Crowdfunding-Aktion zusammenbekommen. „Bisher haben wir das Festival immer aus einem Mix von Eigenfinanzierung und vielen verschiedenen Fördertöpfen finanziert. Durch das Crowdfunding versuchen wir, unabhängiger zu werden“, sagt Anne Dünger.

Noch 40 Tage lang kann man auf der Internetplattform startnext.com auf verschiedene Arten zum finanziellen Unterstützer des Kurztheaterspektakels werden: Man kann unter anderem ein Unterstützerticket kaufen oder für 5 Euro eine Dankeschön-Umarmung erwerben, verbunden mit einem Fotoshooting mit den legendären Kurt beim Festival. Wer Lust auf Kultur in den eigenen vier Wänden hat, der kann ein Wohnzimmerkonzert, Improvisationstheater oder eine Lesung buchen – die Künstler kommen dann zu den Unterstützern nach Hause und bedanken sich mit ihrem Programm.

„Mit dem Crowd-Funding steht und fällt das Festival. Wir hängen am seidenen Faden“, sagt Anne Dünger. Noch sei die Unterstützeraktion nicht besonders gut angelaufen, die Veranstalter und der mysteriöse Kurt hoffen, dass sich das bald ändert.